Heilung beginnt bei mir und wirkt über mich hinaus
Was ist Heilung?
Körperliche Unversehrtheit? Psychische Gesundheit?
Mentales Wohlbefinden?
Ja. Vermutlich. Aber ist das alles?
Heilung wird meist auf den einzelnen Menschen bezogen, auf den Körper, die Psyche, die mentale Verfassung.
Doch für mich geht Heilung darüber hinaus.
Was sich in uns zeigt, entsteht nicht isoliert.
Es ist eingebettet in unsere Beziehungen, unsere Erfahrungen und die daraus entstandenen Prägungen.
Wie schauen wir auf die Welt?
Auf unsere Geschichte?
Auf das, was uns umgibt?
Woran richten wir unser Leben aus?
Krankheitssymptome zeigen sich individuell und zugleich im größeren Zusammenhang.
Deshalb können wir nicht nur auf der individuellen Ebene gesunden.
Für mich umfasst Heilung immer beides: das, was in mir geschieht und das, was über mich hinaus wirkt.
Für mich ist Heilung ein Weg, ein fortwährender Prozess der Integration. Es ist kein fixer Zustand, den ich erreichen kann. Es ist nicht die Symptom- oder Schmerzfreiheit.
Ich erlebe Heilung als etwas, das in mir beginnt, in meiner Bereitschaft, mich dem zuzuwenden, was mir begegnet und mich für das Leben zu öffnen.
Mein Körper erinnert, Gefühle tauchen auf und mein Geist versucht zu verstehen.
Hier wirkt ein zusammenhängendes inneres Feld und nichts ist getrennt voneinander.
Eine Erkenntnis ist für mich besonders bedeutsam geworden: Alles, was mir geschieht, ist für mich.
Das Leben ist immer für mich.
Im Sinne von Beziehung und nicht von Schuld darf ich alles persönlich nehmen. Ich bin gemeint.
Dadurch löst sich Schmerz nicht einfach auf.
Doch ich habe die Chance, in jeder Erfahrung etwas zu erkennen, das mich tiefer zu mir selbst führt.
Hier liegt für mich der Schatz!
Heilung beginnt für mich dort, wo ich aufhöre, mich gegen das zu stellen, was ist und beginne, in Beziehung dazu zu treten.
Ich erkenne.
Ich nehme an.
Ich integriere.
Immer wieder neu.
Und gleichzeitig erfahre ich, dass Heilung nie nur mich betrifft.
Ich bin eingebettet in Beziehungen, in Geschichten und Prägungen, die über mein persönliches Leben hinaus reichen.
Alles, was ich in mir kläre und integriere, verändert meinen Kontakt zur Welt.
Meine Art zu fühlen, zu kommunizieren und zu handeln wirkt leise und doch spürbar.
So verstehe ich Heilung als ein Geschehen, das sich durch die Zeit bewegt.
Sie wirkt rückwärts, indem ich Erfahrungen integriere, die lange keinen Raum hatten.
Und sie wirkt vorwärts, indem sich aus dieser Integration neue Wege eröffnen für mich und die Felder, in denen ich wirke.
Ich kann Heilung nicht machen. Doch ich kann mich für sie öffnen.
Hier braucht es manchmal Klarheit, Offenheit und Ausrichtung, oder auch Vertrauen und Hingabe mit der Bereitschaft, nicht zu wissen.
In meinem Verständnis von Heilung berührt diese auch das Heilige. Nicht im konventionell religiösen Sinn, sondern als Erfahrung von Verbundenheit.
Sie ist ein Erinnern daran, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind. In dieser größeren Ordnung hat selbst das Fragmentierte, das Schmerzhafte und Unperfekte seinen Platz.
Nichts steht außerhalb dieses Ganzen.
Alles dient dem Leben und der Heilung aller.
Heilung ist also für mich kein Ziel, das es zu erreichen gilt, sondern eine Haltung. Sie ist ein ein fortwährendes Ankommen in mir selbst, eine Ausrichtung auf das Wesentliche und die Bereitschaft, mich vom Leben öffnen und wandeln zu lassen.
Was in mir geschieht, wirkt.
Es wirkt zurück und nach vorn, in Beziehung und in das Feld, das mich trägt.
Heilung ist ein Weg, den wir gehen. Immer wieder. Mit allem, was sich zeigt.
Und genau hier beginnt etwas, das weiter wirkt, als wir erahnen.
Es wirkt durch uns und weit über uns hinaus.
Weil Heilung nicht bei dir und mir endet.
Spürst du beim Lesen, dass etwas in dir berührt wird?
Vielleicht ist jetzt ist der Moment, dir selbst zu begegnen.
Wenn du magst, begleite ich dich ein Stück.
